Noch bevor der Westfeldzug gegen Frankreich im Mai 1940 begann, kam es aus verschiedenen Gründen (u.a. Sicherung von Rohstoffen, Vermeidung alliierter Besetzung Skandinaviens) während des Unternehmens Weserübungim April 1940 zur deutschen Besetzung von Dänemark und Norwegen. Die Neutralität beider Staaten wurde zugesagt, weshalb der Einsatz ziviler Behörden nicht in Frage kam.
Der Zollgrenzschutz unterstand der Wehrmacht, wobei die Bezirkszollkommissariate die militärische Bezeichnung Küstenwachabteilung und die Grenzaufsichtsstellen die Bezeichnung Küstenwache bekamen. Ferner hatten die Zollgrenzschützer die gelbe Wehrmachtsarmbinde zu tragen (siehe Bild des Monats November 2010 für ein Foto). Die Errichtung der Dienststellen fand zwischen dem 15. und dem 20.07.1940 statt. Neben zöllnerischen Aufgaben, war der ZGS auch im Flugmeldedienst, der Flugabwehr und der Seebeobachtung eingesetzt und arbeitete eng mit der Wehrmacht zusammen. Ebenfalls wurde der ZGS in den Alarmplänen einer vermuteten alliierten Landung berücksichtigt und entsprechend ausgebildet. Organisatorisch unterstanden die Küstenwachabteilungen dem Hauptzollamt Husum, dienstlich der Kriegsmarine in Esbjerg.
Zuerst nur an der Westküste eingesetzt, beschloss die Wehrmacht am 01.04.1944, auch die dänisch-schwedische Grenze gegen den zunehmenden illegalen Verkehr zu sichern, weswegen der Zollgrenzschutz seine Tätigkeit nun offen verrichtete und die Befehlsstelle des Zollgrenzschutzes Dänemark in Kopenhagen errichtet wurde. Sie übernahm die Küstenwachabteilungen, nun Bezirkszollkommissariate.
Im Zuge der Unterstellung des Zollgrenzschutzes unter die SS, wurden im Herbst 1944 die Leiter der Befehlsstelle und der Bezirkszollkommissariate durch Polizeibeamte ersetzt. Ende Mai 1945 konnten die Dienststellen unbehelligt den Rückmarsch antreten, wurden von der britischen Besatzungsmacht in Schleswig-Holstein interniert, aber nach kurzer Zeit wieder entlassen.
| • Vor April 1944 • Küstenwachabteilung I in Thisted • Küstenwachabteilung II in Hjerting • Küstenwachabteilung IIII in Ribe |
• Ab April 1944 • Befehlsstelle Kopenhagen |
Statistik



